6. Erstellung und Vorstellung von neuen alternativen Mietkonzepten

schritt6Leerstehende Gewerberäume ziehen, so wie leestehende Mieträume auch, immer weitere Auszüge nach sich. Aber wie kann man diese zunächst noch langsam, dann aber immer stärker und besonders unkontrollierbarer an Fahrt aufnehmende Entwicklung stoppen? Ideal wäre natürlich, dass jedes Ladenlokal nach dem Auszug des alten Mieters einfach einen neuen erhält und alles wäre gut. So funktioniert es aber nicht (mehr) und das kennen wir alle auch aus unmittelbar an Waltrop angrenzende Städte und Stadtteile.

Vielleicht sollte wir daher neben dem Ziel der Neuvermietung auch einmal über eine aktiv gesteuerte ZWISCHENNUTZUNG nachdenken? Dies natürlich nur, wenn sich nicht gleich ein Nachmieter findet. Aber Vorsicht, machen wir uns nichts vor: Ein neues Geschäft, dass nach kurzer Zeit wieder schließt, ist doch eigentlich auch nur eine Zwischennutzung…

Vielleicht kann man über kreative und neue Zwischennutzungsmodelle, bei denen z.B. ein Ladenlokalbesitzer zumindest über einen überschaubaren Zeitraum auf die Miete (oder Teile davon) verzichtet, s.o., erreichen, dass die Immobilie weiterhin genutzt und damit das Ladenlokal selbst und auch die anderen Geschäfte in der mittelbaren und unmittelbaren Nachbarschaft attraktiv bleiben. Leerstand senkt immer auch irgendwann den Mietspiegel der ganzen Stadt.

Warum denken wir nicht z.B.an:

Ein Geschäft, in dem sich alle Handwerksbetriebe der Stadt Waltrop gemeinsam und komprimiert präsentieren? Oder kennen Sie jeden Handwerksbetrieb in Waltrop? Wenn sich z.B. 15 oder 20 Betriebe eine vielleicht sogar noch reduzierte Miete teilen, dürfte es ein meist positives Kosten-Nutzen Ergebnis für jeden einzelnen geben, oder?

Es gibt über 100 Vereine in Waltrop, vielleicht haben auch diese mal Lust sich gemeinsam den Bürgerinnen und Bürgern zu präsentieren? Wenn genug mitmachen, dürfte der Kostenbeitrag Pro Verein im Monat bei einem sehr geringen 2-stelligen Bereich liegen…..

Pop Up Stores: Es ist schon länger ein Trend, dass eigentlich primär im Internet oder im Versandhandel tätige Anbieter sog. Pop Up Stores über einen gewissen Zeitraum anmieten um u.a. die Resonanz auf neue Produkte, Vertriebswege usw. zu testen…..Nicht wenige bleiben sogar aufgrund der heute mehr denn je notwendigen Multi Channel- und Cross Selling-Konzepte Mieter der Immobilien und betreiben die Ladenlokale weiter….

Produktstores: Man kann z.B. auch Ladenlokale für eine Vielzahl verschiedenster Anbieter gemeinsam nutzen. Immer nur für z.B. 6-12 Wochen, dann kommen wieder neue….In den USA schon lange gängige Praxis…und viele der Shops sind wahre Trendgeber, da viele von diesen ansonsten niemals in der Lage gewesen wären, sich und ihre Angebote oder Dienstleistungen in einem Lokal einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Übrigens: Nachdem der Einzelhandel viele Jahre gebraucht hat, sich im E-Commerce zu etablieren, streben viele Onlinehändler wieder in die Ladenlokale…

Kunst und Kulturlandschaft:
Auch hier bieten sich zeitlich beschränkt genutzte Ladenlokale an. Wenn eine ganze Künstlergruppe gemeinsam ein Ladenlokal mietet, ist dies wirtschaftlich für viel mehr Kreative auch umsetzbar. Und solche „Variable Galerien auf Zeit“ sind nicht nur in London, Berlin und New York, sondern in vielen kleineren Stadt- Szenevierteln in Berlin, Hamburg und insbesondere vielen skandinavischen Ländern mehr als interessant und ziehen häufig weitere Mieter (Ladenlokale, renommierte Galerien usw.) nach sich…..Wir sind uns sicher, dass jeder lieber Kunst in einem Ladenlokal sieht, als ein „totes“ Gebäude….selbst wenn er die Kunst vielleicht selbst nicht kaufen würde….

Und mal ehrlich: Was besuchen Sie, wo trinken Sie Ihren Kaffee oder kaufen schöne Dinge im Urlaubsland? In den sicherlich auch dort anzutreffenden Shopping Centern oder in den Szenevierteln, den attraktiven Altstädten mit den kleinen irgendwie „pfiffigen“ Läden?…